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Freiwillige Feuerwehr Dietersdorf e.V.
Freiwillige Feuerwehr Dietersdorf e.V. Löschmittel
Es gibt in der Brandbekämpfung verschiedene Möglichkeiten einen Brand zu löschen. Dies geschieht mit verschiedenen Methoden, Löschmitteln und chemischen Reaktionen. Hier werden Ihnen die wichtigsten Löschmittel und Anwendungen aufgezeigt.

Wasser

Wasser ist das am meisten und fast überall zur Verfügung stehende Löschmittel. Es kann aus offenen Gewässern wie Teiche, Bäche, Flüsse, Seen oder von Löschwasserbehältern und dem Wasserversorgungsnetz entnommen werden. Je nach Entnahme ist unterschiedliches Arbeitsmaterial notwendig um effektiv Löschwasser entnehmen zu können. Im grundlegenden gibt es 2 unterschiedliche Formen der Wasserversorgung. Die eine ist eine unerschöpfliche Wasserentnahmestelle welche durch einen kontinuierlichen Zufluss von Wasser gespeist wird. Hier kann ohne Gefahr viel Löschwasser entnommen werden ohne einen Abbruch des Löschvorganges zu verursachen. Die andere Wasserentnahmestelle ist erschöpflich. Hier zählen alle Löschwasserbehälter, Teiche, Hydranten und künstlich angelegte Löschteiche die einen ungenügenden oder keinen Zufluss an Löschwasser besitzen. Bei einer derartigen Löschwasserentnahme ist es unbedingt erforderlich eine zweite Wasserversorgung herzustellen da die Löschwasserversorgung nicht dauerhaft gewährleistet werden kann. Das Wasser besitzt einen hohen Kühleffekt, welches dem Brandgut Wärme entzieht und somit die Verbrennung unterbindet. Es ist leicht transportabel und kann auch über weite Distanzen abgegeben werden. Je nach Verwendungsart kann dem Wasser ein sog. Netzmittel beigemischt werden oder im Zusammenhang mit einem Schaummittel Löschschaum erzeugen.  

Vorteile

•    hoher Kühleffekt •    leicht transportabel •    kann mit Zusätzen versehen werden

Nachteile

•    enorme Wasserschäden bei größeren Mengen •    läuft von Senkrechten flächen leicht ab •    kann nur bei Bränden der Klasse A eingesetzt werden •    kann Eisglätte im Winter verursachen

Löschschaum

Löschschaum wird sehr häufig bei Kfz -bränden und grundsätzlich bei Flüssigkeitsbränden eingesetzt. Er verfügt über eine gute Fließfähigkeit und gelangt somit auch in alle Ecken und Ritzen. Er überdeckt das Brandgut luftdicht und erstickt somit das Feuer. Durch den hohen Wasseranteil besitzt der Löschschaum einen nützlichen Kühleffekt welcher noch zusätzlich das Brandgut abkühlt und eine Rückzündung vermindert. Der Schaum ist durch die beigemischten chemischen Verbindungen standfester und zersetzt sich nur sehr langsam was ebenfalls eine Rückzündung verhindert. Um einen Löschschaum erzeugen zu können sind spezielle Schaumrohre notwendig. Je nach Bauart kann Schwer-, Mittel- und Leichtschaum erzeugt werden. Der Unterschied liegt in der sog. Verschäumungszahl wodurch das Volumenverhältnis zwischen Wasser- Schaummitelgemisch und dem fertigen Löschschaum festgelegt ist. Bei einem Schwerschaumrohr liegt die Verschäumungszahl bei etwa 22. Das bedeutet also das bei einem dm³ Wasser-Schaummitellgemisch ca. 22 dm³ Schaum erzeugt werden können. Bei einem Mittelschaumrohr liegt die Verschäumungszahl je nach Zusatz und Gerät bei bis zu 200, also 200 dm³ Schaum bei einem dm³ Wasser-Schaummittelgemisch.  

Vorteile

•    geringerer Wasserbedarf •    höhere Eindringtiefe in das Brandgut •    Rückzündung durch Sauerstoffzutritt stark verringert •    Flüssigkeitsbrände effektiv bekämpfbar •    biologisch abbaubar •    je nach Schaummittel auch alkoholbeständig

Nachteile

•    chemisch versetztes Löschwasser •    hoher Verbrauch an Zusatzmittel •    spezielle Gerätschaften notwendig •    unter dem Schaum kann nicht geatmet werden

Löschpulver

Löschpulver ist überwiegend bei Handfeuerlöschern in Gebrauch. Es besteht aus chemischen Substanzen wie Ammoniumphosphat, Ammoniumsulfat und Salzen welche dafür sorgen, dass das Feuer erstickt. Das Löschpulver gibt es für die Brände A, B, C und D wobei für die Brandklasse D ein besonderes Löschpulver verwendet wird. Bei Feststoffbränden (Holz, Papier, Kohle ect.) sorgt das Löschpulver (welches auf der Oberfläche glasartig verschmilzt) dafür, dass die Glut "luftdicht" überdeckt wird und somit keinen Sauerstoff mehr zur Verfügung steht. Bei den Bränden von Flüssigkeiten oder Gasen wird die Flamme vom brennbaren Stoff mit der Pulverwolke sozusagen weggedrückt. Die Schwierigkeit besteht darin ein erneutes entflammen zu verhindern, da es bei den Flüssigkeiten meist über den Flammpunkt hinaus erhitzt sind.

Vorteil

•    in tragbaren Löschgeräten verfügbar •    biologisch abbaubar •    ungiftig

Nachteile

•    nicht für Elektrobrände geeignet •    Pulverwolke lässt Elektrogeräte oxidieren •    relativ teuer •    intensive Reinigung nach dem Gebrauch erforderlich

Kohlenstoffdioxid

Kohlenstoffdioxid ist ein unsichtbares Gas, welches in Handfeuerlöscher oder Löschanlagen Verwendung findet. Es ist schwerer als Luft und verdrängt den Sauerstoff wodurch es den Verbrennungsvorgang unterbindet. Bei den so genannten Schneebrausen an den Feuerlöscher wird zusätzlich ein Kühleffekt erzeugt, welcher sich durch das Ausströmen aus dem Druckbehälter ergibt (Haarspraydose oder Farbdose wird kalt beim sprühen). Es wird auch in großen Löschanlagen verwendet, welches in Computerräumen den Brand erstickt aber keine Spuren hinterlässt. Kohlenstoffdioxid oder CO2 genannt kann auch in Elektrischen Anlagen verwendet werden, da es in keinster weise Rückstände hinterlässt. Es erstickt den Brand und verflüchtigt sich anschließend restlos. Allerdings birgt es die Gefahr des Erstickens in engen Räumen die keine Frischluftzufuhr haben oder in Kellerräumen und Schächten. Hierbei ist also Vorsicht geboten!!! Nach der Verwendung sollte ausgiebig gelüftet werden und in Tieferen Geschossen (z.B. Keller) durch einen Überdrucklüfter Frischluft zugeführt werden.  

Vorteile

•    keine Löschmittelrückstände •    zusätzlicher Kühleffekt bei Schneebrause •    auch in Stationären Anlagen möglich

Nachteile

•    keine großen Mengen verfügbar •    Erstickungsgefahr in engen und geschlossenen Räumen •    im Freien nur bedingt einsetzbar

Metallbrandpulver

Metallbrandpulver wird ausschließlich zum Löschen von Metallbränden verwendet. Es besitzt die selben Effekte wie ein Löschpulver welches auf der Oberfläche schmilzt und einen Luftdichte Schicht bildet. Das Metallbrandpulver besteht aus Alkalisalzen wie z.B. Kochsalz. Da Metallbrände mit bis über 4600°C verbrennen können, ist kein anderes Löschmittel verwendbar. Es besteht die Möglichkeit mit Graugussspäne, Zement oder trockenen Sand den selben Löscheffekt zu erzielen. Da das Löschmittel direkt auf das Brandgut aufgebracht werden muss und nicht von größeren Distanzen hineingeblasen werden kann ist wegen der enormen Hitzestrahlung ein spezieller Schutzanzug nötig.

Vorteile

•    bildet eine luftdichte Schicht •    verhindert Rückzündung bei unbeschädigter Schmelzschicht

Nachteile

•    kann nur bei Metallbränden verwendet werden •    teures Löschmittel •    muss oberflächennah aufgebracht werden